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Interview mit dem Geld- und Vorsorgeexperten Sven Enger

Liebe zur Arbeit treibt ihn, nicht Gier. Kunden gewinnt er mit Achtsamkeit ohne zu verkaufen. Und Honorare sind für ihn eine Frage von Würde. Im Interview mit dem ehemaligen Versicherungsvorstand verblüfft Sven Enger mit seinen Gedanken zu Geld und zum Geldverdienen; gleichzeitig verrät er viele seiner Vorgehensweisen für einen Kontostand, der ihm Freude macht und ihm die Freiheit gibt, das Leben zu leben, das er leben möchte. Denn Enger weiß, was für ihn Erfolg bedeutet – sowohl finanziell als auch persönlich: Nach seinem Ausscheiden aus der Finanzwirtschaft baute er in Rekordzeit eine neue, lukrative Karriere als Verleger und Speaker auf. 

 

Sven Engers Einstellung zu Geld und ihre Wurzeln

„Über Geld denke ich sicherlich positiver als manch andere Leute es tun. Geld  sehe ich nicht nur als ein Tauschmittel, sondern auch als einen Gradmesser der Selbstbestimmtheit, denn Geld macht viele Dinge leichter.  Diese Einstellung entstand vermutlich in meiner Studienzeit durch die Fächer, die ich gewählt hatte: Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie. Was ich im BWL Studium gelernt habe, ist die Verbindung von Wert und Geld. Meine Mutter war schon in meiner Jugendzeit sehr verwundert, dass ich immer Geld hatte. Der Grund hierfür war ein ganz einfacher: Ich habe immer alle möglichen Jobs gemacht und war mir dabei nie für etwas zu schade. Daraus erwuchs in mir die absolute Gewissheit, dass ich es immer schaffe Geld zu verdienen. Diese Sicherheit und Stabilität hat mir in schweren Zeiten sehr geholfen.“

Was Sven Enger unter viel oder wenig Geld versteht

„Die Definition von viel Geld hat für mich nichts mit Luxus zu tun, sondern damit, dass ich mir dann keine Gedanken über finanzielle Belange machen muss. Allerdings mache ich mir auch so wenig Gedanken über Geld, weil das leicht zu Mangeldenken führt. Man beginnt darüber nachzudenken, was nicht geht. Dabei sollte der Gedanke darüber was geht – sogar über das Unmögliche – führen. Ich glaube an den Zusammenhang zwischen Geld und dem, was ich wert bin. Und das gilt nicht nur für mich. Meiner Meinung nach zerstört es die Würde, für nichts oder für wenig Geld zu arbeiten. Und es ist mittlerweile gesellschaftlich toleriert, dass diese Würde zerstört wird. Durch die Mindestlohndebatte haben Menschen keine Chance das zu verdienen, was ihre Arbeit tatsächlich wert ist. 

Sven Engers Haltung zu Geldverdienen und Kundengewinnung
Geldverdienen ist für mich die Konsequenz dessen, wovon ich überzeugt bin. Sie resultiert daraus, dass ich meine Einstellungen und Werte in der Arbeit lebe. Und Arbeit ist für mich keine Pflicht, sondern Spaß, ist Teil meines spielerischen Lebens. In der Arbeit kann ich Dinge ausprobieren. Ich bin jemand, der andere gerne inspiriert und ihnen Mut gibt, etwas zu wagen. Und ich weiß: wer etwas gestaltet, bekommt dafür in der Regel als Gegenleistung Geld. Aber das Geld ist nicht mein größter Motivator, sondern das Ergebnis. Ich mache das, was ich tue, nicht in erster Linie des Geldes wegen, sondern ich tue es für mich und meinen persönlichen Erfolg. Weil es mir Spaß macht und damit andere inspiriert und motiviert. 

Bei der Kundengewinnung frage ich mich, was das für ein Mensch ist, der mir gegenüber sitzt. Ich bin jeden Tag selber Kunde und habe eine Vorstellung davon, was ich mir wünsche und was ich brauche. Ich nehme meine Gesprächspartner immer sehr ernst, habe also noch nie hart verkauft. Wenn ich doch mal eine Werbeveranstaltung mache, dann mache ich das mit Humor und Augenzwinkern, sodass man darüber lachen kann. Mit möglichen Kunden komme ich über komplett andere Themen ins Gespräch. Die Leute erzählen mir, wo sie hin wollen und wo's hakt. Wir überlegen zusammen, was man tun könnte. Daraus entstehen dann drei mögliche Schlussfolgerungen: 

 

1. Da kann man nichts machen! Dann ist kein Verkauf nötig.

2. Der Mensch fragt: Kannst du mir nicht helfen?

3. Er fragt: Hast du einen Tipp oder eine Empfehlung?

 

Kooperation statt Wettbewerb. Geht es nicht letztlich darum zu entscheiden, ob ich Gestalter meines Lebens sein möchte oder ob ich Anwender der mir gebotenen Möglichkeiten bin?

 

Sven Engers Umgang mit Geschäftspartnern

Als Hanseat finde ich einen Handschlag noch Weltklasse. Die Vereinbarung auf Augenhöhe gilt und wenn man sich einig ist und vertraut, braucht es oft das Kleingedruckte nicht. In einer geschäftlichen Partnerschaft sollte man sich erkenntlich zeigen, sich gegenseitig für den gemeinsamen Erfolg unterstützen. Ich finde kurzsichtig, wenn jemand das nicht tut. Jemandem zu helfen, ist eine Investition in einen anderen Menschen oder eine andere Idee. Ich habe das nie anders erlebt. Ich glaube an Menschen und an den Return of Investment, wenn es gute Menschen sind. 

Sven Engers persönliches Geldmanagement und Anlageverhalten

Bei meinen Anlagen habe ich auf Diversifikation geachtet:

1. Festverzinsliches als Basis wie Immobilien oder Rohstoffe

2. Investmentfonds

3. Aktien oder Investments in neue Geschäftsmodelle

Ich finde man muss ausprobieren wo sich Geld verdienen lässt. Es hält dich jung, dein Geld in etwas hineinzugeben, Mut zu beweisen, Dinge auszuprobieren. Wer Mut hat und auch vor Veränderung und Neuem nicht zurückschreckt, hat am Ende Erfolg – persönlich und finanziell.

 

Alles über Sven Enger und sein neues Buch hier: https://www.svenenger.com/autor/