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Beziehungskrisen meistern - das Ehe-Refresh-Programm

Da liegt diese Frau neben Ihnen im Bett. Ihre Frau. Sie ist immer noch schön, und Sie erinnern sich an die Zeiten, als Sie beide geradezu süchtig nacheinander waren. Rettungslos verliebt, leidenschaftlich, verrückt. Das ist lange her. Heute streiten Sie häufig, und für Sex sind Sie meist zu müde. Eine Zeitlang haben Sie gehofft, die Probleme würden sich von alleine lösen, es sei nur eine schlechte Phase. Aber mittlerweile müssen Sie sich eingestehen: Ihre Ehe steckt in einer massiven Krise, und wenn Sie nicht schleunigst etwas unternehmen, droht das Aus. Scheidung!

 

Michael, 42 Jahre, Vertriebsleiter eines großen Unternehmens, ist es gelungen, nicht nur das Scheitern seiner Ehe zu verhindern, sondern auch die Liebe zwischen ihm und seiner Frau Miriam wieder neu zu entfachen. Er probierte erfolgreich mein 3-Punkte-Programm  aus, das speziell für Männer entwickelt wurde, die wegen ihrer großen Arbeitsbelastung kaum noch Zeit und Energie für ihre Partnerschaft aufbringen können. Michael arbeitete meist 70 Stunden in der Woche und war frustriert und enttäuscht, weil Miriam seine Anstrengungen nicht zu würdige wusste, ihnen ein finanziell sicheres, komfortables Leben zu ermöglichen. Sie schien sein hart erarbeitetes Geld selbstverständlich zu finden, und statt Verständnis für seinen Stress und seine Erschöpfung aufzubringen, beklagte sie sich ständig, weil er nicht genug Zeit für sie hatte. Michael fühlte sich zutiefst ungerecht behandelt. „Ich muss nun mal so viel arbeiten, damit es uns gut geht“, berichtete er mir, „das muss sie doch einsehen! Hab ich nicht Recht?“ Meine Antwort war einfach: „Michael, es ist für die Rettung Ihrer Ehe völlig egal, ob Sie Recht haben oder nicht. Was Sie brauchen, sind Strategien, um wieder ein starkes Gefühl von WIR mit Miriam aufzubauen. Das bedeutet Veränderungen in Ihrer Arbeit, Ihrer Kommunikation und Ihrer Art wie Sie Zeit miteinander verbringen. Welchen Stellenwert hat Miriam denn eigentlich in Ihrem Leben im Vergleich zur Arbeit?"

  

Besonders die letzte Frage rüttelte Michael auf . Wie oft hatte er in den letzten Jahren Kinobesuche und Abendessen mit Miriam kurzfristig gecanceled, weil ihm ein wichtiger Geschäftstermin dazwischen gekommen war. Wie viele Tage und Nächte hatte sie alleine verbracht - zweimal sogar ihren Geburtstag - weil er auf Geschäftsreise gewesen war. Ganz selbstverständlich hatte er auch Wochenend-Trips vorzeitig abgebrochen, weil ein Großkunde rief. In der Tat - so ging man eigentlich nicht mit jemandem um, der einem wirklich wichtig war. Im Grunde sagte sein Verhalten eher "Du bist selbstverständlich in meinem Leben, und Du stehst nur an zweiter Stelle." Kein Wunder, dass Miriam immer unleidlicher, verbitterter und kälter geworden war.

 

Aus diesen wichtigen, ersten Erkenntnissen schöpfte Michael wieder Hoffnung, dass doch noch alles gut werden konnte, und er war nun bereit, um seine Ehe zu kämpfen. Wir begannen mit dem ersten Punkt des Programms zur Rettung seiner Partnerschaft: Der Betrachtung seiner Arbeitssituation. "Warum arbeiten Sie WIRKLICH so viel, Michael?", fragte ich ihn. "Und lassen Sie einfach mal alle äußeren Faktoren wie Personalknappheit in der Firma, saisonbedingte Peaktimes und anspruchsvolle Kunden beiseite. Warum ist Erfolg für Sie so wichtig?" Michael erklärte zunächst wortreich, welche Rolle Erfolg in unserer Gesellschaft spielt, dass in Unternehmen doch nur die Erfolgreichsten ihren Job behalten und dass ein vernünftiger Lebensstandard nun mal nur möglich ist, wenn man viel arbeitet. Dann wurde er immer stiller. Eine Erinnerung stieg langsam in ihm hoch, und auf einmal sagte er leise: "Wegen meiner Mutter. Die hat früher immer gesagt, dass ich ein Versager bin. Ich würde es nie zu etwas bringen..." Seine Stimme versagte. Nun schwante ihm, wer und was ihn so angetrieben hatte und warum es ihn so maßlos enttäuschte, dass Miriam sein berufliches Engagement nicht wirklich anerkannte. Ja, selbst als 42-Jähriger rang er unbewusst noch immer um mütterliche Wertschätzung, nur war seine Frau an die Stelle der Mutter getreten. Diese Erkenntnis erschütterte Michael – plötzlich spürte er wieder mit voller Intensität den emotionalen Schmerz seiner Kindheit. Um diese alte seelische Verletzung endgültig aufzulösen und damit die Quelle seiner Arbeitssucht zu beseitigen, setzten wir EFT (Emotional Freedom Techniques = Klopfakupressur) ein, eine Methode der Energetischen Psychologie, mit der sich negative Gefühle leicht und schnell auflösen und durch positive Gefühle ersetzen lassen. Wir bearbeiteten alle belastenden Erinnerungen an die verletzenden Worte seiner Mutter, bis der Gedanke daran Michael nicht mehr berührte und er sich stark und voller Selbstvertrauen fühlte. Damit war er innerlich frei genug, um ganz pragmatische Lösungen für die Reduzierung seines Workloads zu entwickeln. Jetzt sah er Wege, wie er seine Arbeit effektiver organisieren konnte, welche Tätigkeiten sich gut delegieren ließen und wie er generell entspannter arbeiten konnte, weil er den Erfolg nicht mehr zur Stärkung seines Selbstwertgefühls brauchte.

 

Als nächstes folgte der zweiten Punkt unseres Programms, den Blick auf seinen tagtäglichen Umgang mit Miriam und auf die Gefühle seiner Frau. Wie verletzend es für seine Frau sein musste, immer an zweiter Stelle hinter seiner Arbeit zu stehen, hatte er schon realisiert. Aber wieso beschwerte sie sich einerseits, dass er keine Zeit für sie hatte und erwartete gleichzeitig, jeden Monat große Geldsummen zur Verfügung zu haben, was sich nur durch viele Arbeitsstunden realisieren ließ? Das war doch nicht logisch! Ich ermutigte Michael, seiner Frau einmal die Frage zu stellen, wie glücklich sie mit sich und dem war, was sie aus ihrem Leben gemacht hatte. Das tat Michael bei passender Gelegenheit. Miriam reagierte zunächst völlig verblüfft; solches tiefgehende Interesse an dem, was in ihr vor sich ging, hatte Michael schon seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigt. Schließlich offenbarte Miriam, wie zutiefst unzufrieden sie mit sich selbst war. Sie hatte im Grunde immer gehofft, selbst beruflich erfolgreich zu werden, war aber über die Position als Sachbarbeiterin nicht hinausgekommen, weil sie nicht ehrgeizig genug gewesen war. Nun wollte sie ihre Ambitionen über Michael indirekt ausleben und war doch letztlich frustriert und unzufrieden. Deshalb ihr ambivalentes Verhalten. 

 

In diesen Gesprächen über ihre Gefühle wies Miriam Michael dann auch gleich auf einige seiner Vertriebsleiter-Verhaltensweisen hin, die er Zuhause an den Tag legte.  Im Umgang mit ihr und Freunden benahm er sich ähnlich ergebnisorientiert, kontrollierend, dominant und kritisch wie in der Firma, wenn er seine Mitarbeiter führte. Michael war beschämt, er sah sehr wohl, wie unpassend so ein Auftreten bei seiner Frau und guten Freunden war. Aber es sich abzugewöhnen, fiel ihm schwer. Hierfür gab ich ihm den Tipp, Miriam zu seiner Verbündeten bei diesem Unterfangen zu machen. Sie sollte ihn ab sofort darauf hinweisen, wenn er in seinen Business-Verhaltensmodus fiel, in dem sie ein zuvor vereinbartes Codewort aussprach. Das würde ihn ohne Streit und Diskussionen auf den falschen Benimm-Modus aufmerksam machen. Und weil den beiden diese Strategie so viel Spaß machte, vereinbarten sie auch gleich noch ein Codewort für Miriam, mit dem Michael sie schnell auf unerfüllbare Anforderungen ihrerseits und ihre Angewohnheit an ihm herumzunörgeln hinweisen konnte. 

 

Michael und Miriam konnten nun zwar wieder miteinander über ihre Gefühle reden und halfen einander bei Veränderungsprozessen, aber wirklich liebevoll war ihre Kommunikation noch nicht wieder. Deshalb weihte ich Michael in die Grundsätze von „Active Loving“ ein, einem bewusst liebevollen, achtsamen und beziehungsstärkenden Umgang miteinander. Kerngedanke ist es, den Fokus wieder bewusst auf die positiven Aspekte der Partnerschaft und des Partners zu verlagern und einander entsprechendes Feedback zu geben. Im Klartext: Er sollte seine Augen wieder öffnen für Miriams kleine und große Freundlichkeiten und Liebesdienste und ihr dafür danken und Wertschätzung zeigen. Er sollte die innere Verbundenheit stärken, in dem er wieder mehr mit ihr teilte und sie bei ihren Vorhaben unterstützte. Und er sollte sie wieder so aufmerksam ansehen wie am Anfang ihrer Liebe, ihr kleine Komplimente machen und um sie werben. 

Das fiel Michael nicht ganz leicht, denn er neigte dazu gedanklich oft weit weg – bei seinen Kunden, seinen Mitarbeitern oder neuen Projekten zu sein. Aber Active Loving erfordert ganz im Hier und Jetzt zu sein. Deshalb war diese Lernaufgabe für ihn dreifach wertvoll: Erstens gewöhnte er sich daran, wenn er mit Miriam zusammen war, auch innerlich ganz und gar bei ihr zu sein, womit sie sich wieder wahrgenommen und ihm nahe fühlte. Zweitens spürte er sofort wieder mehr Liebe für Miriam und wurde zufriedener und erfüllter. Und zum dritten änderte sich Miriams Haltung Michael gegenüber. Es machte ihr wieder Spaß, ihn bei seinem beruflichen Engagement zu unterstützen, und sie blühte durch seine Komplimente wieder auf. Der bittere Zug um ihren Mund verschwand, und sie verwandelte sich wieder in die lebensfrohe, erotische Frau, in die er sich einst verliebt hatte.  

 

Nun fehlte nur noch ein Baustein des Ehe-Erneuerungs-Programms: Den Kick zurück zu bringen. Michael hatte mittlerweile verstanden, dass seine Partnerschaft regelmäßige Pflege brauchte, wenn sie den Alltag überstehen sollte. Entsprechend ernst nahm er es nun, in seinem Terminkalender Abende oder Wochenende vorzusehen, die nur ihm und Miriam gehörten. Wirklich viele konnten das nicht sein, dafür war seine Vertriebsleiter-Tätigkeit trotz seiner neuen Zeitplanung zu fordernd. Aber Qualität und Intensität konnten dies wettmachen. In jeder Woche gab es nun mindestens einen Abend und in jedem Monat wenigstens ein Wochenende, an denen er etwas mit seiner Frau unternahm. Und weil sich das Kribbeln in einer Liebe dann am ehesten wieder einstellt, wenn man Dinge gemeinsam unternimmt, die neu, aufregend oder romantisch sind, ließ sich Michael einiges einfallen: Er plante Städtereisen, Schnupperkurse spannender Sportarten und Champagner-Pickincks im Ruderboot auf dem nahegelegenen See. 

 

Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen, seit Michael das Projekt „ich rette meine Ehe“ in Angriff genommen hat, und wenn er jetzt die Frau neben ihm im Bett anschaut, strahlt sie ihn glücklich an. Er selbst ist noch ein klein wenig atemlos. Und sehr verliebt in seine eigene Frau.